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Mole
Stickenhörn
Lindenauwerft
IGF
Fördehochhaus
Alt-Friedrichsort
Falkensteiner
Deichw.
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"Die Kieler Bucht ist ohne Zweifel eine der schönsten und
sichersten von ganz Europa. In diesem geräumigen Wasserbecken
könnten alle Flotten der Erde Schutz suchen und sogar manövrieren..."
So beschrieb einst Jules Verne 1881 die militärische Bedeutung
des Festungshafens.
Bereits sehr frühzeitig hat Friedrichsort eine besondere Rolle
als Tor zum Kieler Hafen übernommen, denn hier, an der schmalsten
Stelle der Kieler Förde, kann der Hafen zur offenen See hin abgeschirmt
werden. Bereits 1631, zur Zeit des 30 jährigen Krieges, kaufte
deswegen der dänische König Christian IV. die Ländereien
des Gutes Seekamp und ließ darauf die Festung Christianpris
erbauen, die sein Nachfolger, Friedrich III., in Friedrichsort umbenannte.
Bis auf den heutigen Tag haben militärische Gesichtspunkte das
Leben in den beiden Ortschaften Pries und Friedrichsort, die nach
ihrer Eingemeindung nach Kiel 1922 zu einer Einheit zusammenwuchsen
geprägt.
Mit der Verlegung der preussischen Marinestation der Ostsee von Danzig
nach Kiel im Jahr 1865 wurde Friedrichsort das Zentrum weiterer Befestigungsanlagen
und militärischer Produktionsstätten. Es entstanden Küsten-
und Landforts, die heute nicht mehr existieren: Falkenstein, Holtenau
und Herwarth auf dem Westufer und Fort Stoch, Korügen und Röbsdorf
auf dem Ostufer.
Westlich der Festungsanlage Friedrichsort wurde ein später zur
Torpedowerkstatt erweitertes Torpedodepot gebaut und auf dem heutigen
Gelände der Lindenau-Werft ein Minendepot errichtet. Nach dem
2. Weltkrieg wurden Flüchtlinge in den erhalten geblieben Kasematten
untergebracht. Später wurde das Gelände von der Bundeswehr
eingezäunt und geriet in Vergessenheit.
Wirtschaftlich bedeutend in dieser Region sind die drei Großbetriebe
'Mak' (Auf dem Mak Areal befinden sich u.a. Vossloh, Rheinmetall Landsysteme
und Caterpillar), Lindenauwerft und Sauer und Sohn Maschinenbau.
Schauen wir uns jetzt einmal markante Schauplätze Friedrichsorts
und deren Entwicklung näher an:
Mole
Stickenhörn
Die etwa 600 Meter lange Molenstraße führt an den Gebäuden
der Yacht- und Boots Werft Rathje vorbei in die Bucht vor den Schusterkrug.
Die Aufschüttung dieses Erdwalles war 1918 der erste Schritt
zum Bau eines U-Boot-Hafens. Die ausbrechende Revolution machte
damals diesen Plänen ein schnelles Ende. Bis Mitte der 70er
Jahre war die Mole noch dicht bewachsen mit Bäumen und Sträuchern
und diente den Stadtteilbewohnern als Naherholungsgebiet. Mit dem
Auto befahrbar war zunächst nur eine etwa 100 Meter lange Strecke.
Noch heute lockt die Mole viele Spaziergänger an. Attraktionen
sind die schöne Aussicht, startende Segel- und Motorflugzeuge
und Fallschirmspringer. Oberhalb der Molenmitte liegt die Einflugschneise
für landende Sportflieger des Holtenauer Flugplatzes.
Lindenauwerft
Die Lindenauwerft, 1919 in Memel gegründet, wurde hier
unter der Leitung des Schiffkonstrukteurs Paul Lindenau (1892-1955)
neu angesiedelt.
Neben dem Neubau und der Reparatur von Schiffen betrieb die Werft
auch einen kleinen Teil schiffsbaufremder Fertigung. 1987, mit der
Zuspitzung der Schiffsbaukrise, musste Konkurs beantragt werden. Mit
Hilfe öffentlicher Kredite und einer veränderten Geschäftsführung
konnte der Betrieb, in dem von ursprünglich 350 Beschäftigten
140 entlassen wurden, schließlich weitergeführt werden.
Heute ist die Werft weltweit führend in der Fertigung modernster
Doppelhüllentanker und einer der größten Sympathieträger
und Arbeitgeber für unseren Stadtteil. Die immer häufiger
stattfindenden Schiffstaufen sind ein touristischer Höhepunkt
und locken viele Schaulustige an.
Integrierte
Gesamtschule Friedrichsort (IGF)
Mitten in dem Sport- und Erholungsgebiet der Klönderwiesen
liegt die Integrierte Gesamtschule Friedrichsort (IGF). Diese erste
Gesamtschule in Schleswig-Holstein, als Schulversuch 1972/1974 für
etwa 20 Millionen DM errichtet, war nördlich des Kiel-Kanals
die erste bis zum Abitur führende Schule. Nachdem der Schulbetrieb
1974 aufgenommen werden konnte, öffnete die Stadtteilbücherei;
kurz darauf fanden in den Schulräumen die ersten Volkshochschulkurse
statt. Heute bieten die Räumlichkeiten, vor allem die Aula,
Platz für kulturelle und politische Veranstaltungen.

Die Klönderwiesen boten nicht immer einen so friedlichen Anblick
wie heute. Hier standen am Schurskamp Baracken für ca. 800 Zwangsarbeiter,
ein Bruchteil dessen, was in Friedrichsort in etwa 10 Unterkünften
für die Kriegswirtschaft zusammengetrieben worden war.
Fördehochhaus
Das 7 geschossige Fördehochhaus mit Hotel, Restaurant und
Kegelbahn war in den 70er Jahren beliebter Veranstaltungsort für
Vereine und Tanzvergnügen. In den 50er und Anfang der 60er
Jahre stand hier die Arbeitersiedlung Prieser Höhe. Sie galt
als vorbildlich für ihre Vor- und Gemüsegärten,
den Spiel- und Sportplatz, das Kaufhaus des Konsum-Vereins und
das Arbeitererholungsheim. Heute
finden Sie dort das „Fördedomizil“ des Deutschen
Roten Kreuzes, in dem betreutes Wohnen möglich ist.
Alt-Friedrichsort
Viel Atmosphäre erhält das heutige Alt-Friedrichsort,
das früher auch das Kasernenviertel oder das untere Friedrichsort
genannt wurde, durch die granitgepflasterte Hauptstraße und
eine Reihe holzverkleideter Gebäude, darunter die Bethlehemkirche.

Es lohnt sich, in die 1875 erbaute Garnisonskirche einen Blick zu
werfen. Die Einrichtung ist zwar schlicht, doch reizvoll durch ihren
maritimen Charakter. Der Ausbau der Mak hat Spuren hinterlassen. Um
Raum für PKW- Stellplätze zu gewinnen, wurden 1986 mehrere
Wohngebäude zwischen Poststraße, Werner-Siemens-Straße,
Hauptstraße und Falkensteinerstraße abgerissen. Verstreut
im ganzen Wohngebiet von Alt-Friedrichsort stehen Backstein- und Putzsteinbauten
aus Wilhelminischer Zeit, in denen Offiziere und Beamte der militärischen
Dienststellen gewohnt haben. Das frühere Dienstwohngebäude
der Torpedowerkstatt beherbergt jetzt Schulungsräume und Büros
der Mak-Data.
Falkensteiner
Deichweg
Vor der Panzerversuchstrecke der Mak kann man von der Deichkrone
aus einen schönen Ausblick auf die schmalste Stelle der Kieler
Förde genießen. Weiter südlich, 50 Meter vom Strand
entfernt steht der 1973 erbaute Leuchtturm. Hinter dem Ende des
Deiches liegt die alte Festung mit erhaltenen Ost- und Südwällen,
so wie die etwa 15 Meter breiten Gräben. Die Befestigungsanlagen
sind auch heute noch an den sternförmigen Gräben und Wällen
im Gelände ansatzweise zu erkennen. Doch einer Erkundung sind
Grenzen gesetzt: Nördlicher Wall und Graben wurden bereits
nach dem ersten Weltkrieg abgetragen und zugeschüttet. 1972
wurde der Mak gestattet, die bereits mit Fabrikrückständen
verschmutzten westlichen Gräben für die Nutzung als Lagerplatz
vollständig zuzuschütten. Ein Teil der östlichen
Wälle wurde von der Bundeswehr in den anliegenden Graben geschoben.
Die übriggebliebenen Gräben waren durch Umweltgifte schwer
belastet. Die östlichen Teile der Anlage auf dem Bundeswehrgelände
werden der Öffentlichkeit heute wieder zugänglich gemacht.
Von der Wasserseite aus lässt sich ein kleiner Ausschnitt der
alten Festung und ihrer Baureste überblicken.
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